| 22. September 2009
Um diese Frage zu beantworten muß man die verschiedenen Produktionsmethoden gegenüberstellen. Vereinfacht ist das einerseits die Destillation und anderseits die Ölmixe.
Bei den Destillaten muß man dann wieder zwischen denen zwischen 68% und 72% (die hauptsächlich in und um Pontarlier produziert wurden) und denen zwischen 47% und 55% (die hauptsächlich rund um Paris produziert wurden) unterscheiden. Wobei die Brennereien in Pontarlier hauptsächlich so hochprozentige Produkte herstellten, weil sich darin die Koloration länger hielt. In Wahrheit ging es den Brennern aus Pontarlier eher darum, die Ölmixe zu bekämpfen.
Ömix
Heute werden historische Absinthe oftmals glorifiziert als heiliger Gral und zu Preisen gehandelt, die unglaublich sind. Dabei war Absinthe früher ganz sicher keine Spirituose, die dazu gedacht war, sie lange zu lagern oder gar übermäßig teuer war. Vielmehr war Absinthe dazu gedacht, ihn jung zu trinken - mit ein Grund dafür, daß es heute nur noch sehr wenige ungeöffnete historische Flaschen gibt. Auch ist es eine Fehleinschätzung, daß damals alles destilliert war. Ganz im Gegenteil - sehr viele Sorten waren von erbärmlicher Qualität und würden heute ganz sicher keinen Qualitätsansprüchen mehr genügen. Schlechter Basisalkohol, der mit Ölen versetzt wurde um ihn dann möglichst billig und schnell zu verkaufen - das sind historische Tatsachen. Man darf sich also nicht über die Probleme wundern, die durch Absinthe verursacht wurden!



